In Gedenken an Rolf Hoppe

Im Alter von 87 Jahren ist der Schauspieler Rolf Hoppe in Dresden, im Kreise seiner Familie, verstorben. Er wurde 1930 in Ellrich (Thüringen) geboren. Dort begann er auch als Laienschauspieler seine Bühnenkarriere. Nach dem Schauspielstudium in Erfurt, traten bei ihm Stimmprobleme auf. Deshalb arbeitete er eine Zeitlang als Tierpfleger beim Zirkus Aeros. Nach Engagements in den Theatern Halle und Greifswald wurde er 1961 Schauspieler am Staatstheater Dresden. Dieser Bühne hielt er viele Jahre lang die Treue.

Einem größerem Publikum in der DDR wurde er vor allem durch seine „schurkischen“ Auftritte in den DEFA-Indianerfilmen „Spur des Falken“ und „Weiße Wölfe“ bekannt. Nach seinem Auftritt als König in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ liebten ihn dann alle Märchenfans.

International bekannt wurde Rolf Hoppe im Jahr 1981 durch seine Darstellung des, an Hermann Göring angelehnten, Nazi Ministerpräsidenten, in Istvan Szabós Film „Mephisto“. Dieser Film erhielt 1982 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer sagte damals über Hoppe: „Er ist ein ganz großer Schauspieler“. Es folgten weitere Filme für Film-und Fernsehen. „Frühlingssinfonie“ (1983), „Schtonk!“ (1992) oder „Alles auf Zucker!“ (2004)

1995 kaufte der Schauspieler am Rande von Dresden einen Bauernhof und gründete Hoppes Hoftheater. „Ich hab oft gesagt: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume. Und das geht auf dem Theater“

Seine Art zu spielen war einmalig. Das ironische Lächeln, die leise Stimme, die plötzlich explodieren konnte. Mit seinen lässig-linkischen Bewegungen war er immer Rolf Hoppe und doch immer ganz verschieden. Mal heiter, mal drohend, mal liebevoll-zärtlich.

Wir werden ihn nie vergessen!!!

Ein Nachtrag zu unserer "PAULA - Verleihung" an Rolf Hoppe im Februar. Mit Jan J. Liefers als Laudator.